hyperbuddhistic mindfullness

Nachts starke Angstgefühle, verbunden mit der kalten Furcht, mit der Entscheidung für Chemo die falsche Entscheidung getroffen zu haben. Ich schwitze stark. Doch heiße Furcht. Meine Fingerspitzen sind noch immer taub, besonders irritieren heute die Daumen.

Fuck it!

Gerade laufen die antialergischen Medikamente für die Chemo ein. Und gleich geht’s dann los. Döse die ganze Zeit. Gar nichts ist losgegangen: nichts gemerkt. Übel wird es mir erst morgen – voraussichtlich….Bitte, Gott, richte es so ein, dass es mir nicht übel wird….

Bri (imessage):

Du kannst dich ein bisschen mehr bewegen als vorher? Das klingt schön!!

Me: bri, das ist so lächerlich wenig, ja, ich kann wie eine hundertjährige mal aufs Klo schleichen, angeklammert an diverse Bett und Türkanten – wobei ich mir meist noch in die Hose pisse, weil Inkontinent noch ein sehr potenter Ausdruck dafür wäre, was nicht mehr ist….Nokontinent oder Impertinent passt….dabei muss ich höllisch darauf achten, dass ich zu keiner Seite einknicke, oder mich ein bisschen drehe, (ich spreche von Nanomilimetern), weil das so irre wehtut, dass der Entschluss aufzustehen (Klo) mindestens 25min reifen muss —hyperbuddhistische Achtsamkeit könnte man das auch nennen — und daher bin ich immer zu spät….gut…. es ist ein Fortschritt, dass ich dabei nicht wild schreie…

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4 Gedanken zu “hyperbuddhistic mindfullness

  1. Liebe Jutta Winkelmann, ich kann mir sehr gut vorstellen, was sie aushalten müssen und finde es beeindruckend, wie wach ihr Geist ist und den körperlichen Zustand beobachtet. Was ich bei meiner kranken Partnerin erlebt habe ist, dass auch diese grauenhaft, körperlichen Zustände sich schrittweise verbessern können.
    Sich der Körper und das Leben wieder anders anfühlen können. Dem Geist, der weiter entwickelten DASEINSform sind keine Grenzen gesetzt. Das habe ich erleben dürfen.
    Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Vertrauen und grüsse sie herzlich. SK

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  2. Liebe Frau Winkelmann,wieviel Leid Sie ertragen müssen! Und welch wütende Tapferkeit Sie auszeichnet.Ich denke oft an Sie, seit ich Ihren Indien-Film gesehen habe.Ich bete für Sie. (wäre ich Buddhistin würde ich für Sie tonglen).Ich bin sicher Gott wird Sie in die Arme nehmen und sagen: „Ruh dich aus.“LoveMargot Stachels

    es existiert nichts – ausser d

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  3. Hallo Jutta……Ja, die "Schattenwelt" ist sehr bitter.mir hilft es wie dir einfach loszulassen.Klammern tue ich auch nicht mehr. Die ganzen Chemiebomben haben soviel zerstört, die mich beschämen nach Draußen zu gehen. Ich hab keine Chance mit meiner Minirente dagegen anzugehen.Die 2 Klassen Gesundheitsgesellschaft läßt mich nur noch daheim einigeln.Pass auf Dich auf……….die Vergangenheit und das erlebte sind Gold wert……..das war mal,aber wertvoll um nicht noch tiefer zu fallen.Es zeigt nur eine Zeit,

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